Sechs erstaunliche Fakten über Boris Becker 

TauernAutobahn
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Boris Becker gehört seit Jahrzehnten zu den schillerndsten Figuren des deutschen Sports. Als „Bum-Bum-Boris“ wurde er in den 80er-Jahren weltberühmt und kaum ein Tennisspieler hat so früh so viel Aufmerksamkeit bekommen wie das „Bobbele“ aus Leimen. Mit zarten 17 zum Wimbledon-Sieger und damit über Nacht zum Superstar. Später Skandale, Comebacks und Knast. In diesem Artikel stellen wir sechs überraschende Fakten über Boris Becker vor, die viele Fans so vielleicht noch nicht kennen.

1. Boris Becker sitzt regelmäßig am Pokertisch

Boris Becker sitzt nicht nur auf der Tribüne großer Tennisturniere, sondern auch regelmäßig am Pokertisch. Schon Mitte der 2000er Jahre entdeckte der frühere Wimbledon-Champion das Kartenspiel für sich. 2007 wurde er sogar Markenbotschafter der Online-Poker-Pokerplattform PokerStars und tauchte seitdem immer wieder bei internationalen Turnieren auf.

Im Jahr 2007 wurde er sogar Markenbotschafter der großen Online-Poker-Plattform PokerStars und nahm regelmäßig an internationalen Turnieren teil. Besonders häufig war Becker bei Events der European Poker Tour (EPT) zu sehen. Dort trat er bei Turnieren in Städten wie Monte Carlo, London oder Barcelona an.

Auch heute verfolgt Becker Poker weiterhin mit Interesse. Ein großer Teil des Spiels hat sich inzwischen ins Internet verlagert. Wer sich dafür interessiert, findet auf Seiten wie Casino Groups eine Übersicht über verschiedene Plattformen, auf denen Poker und andere Casinospiele angeboten werden.

Anders als beim Tennis ging es für das Bobbele dabei weniger um sportliche Höchstleistungen, sondern vor allem um die Herausforderung des Spiels selbst. Poker gilt als Mischung aus Strategie, Psychologie und Risikobereitschaft, weshalb viele Profisportler eine gewisse Faszination dafür entwickeln.

Große Titel hat Becker am Pokertisch bislang zwar nicht gewonnen, einige kleinere Preisgelder konnte er aber durchaus mitnehmen. Laut Poker-Datenbanken liegen seine gesamten Turniergewinne im fünfstelligen Bereich.

2. Der jüngste Wimbledon-Sieger der Geschichte

Als Boris Becker 1985 in Wimbledon antrat, galt er zwar als großes Talent, aber sicher nicht als Favorit. Mit gerade einmal 17 Jahren war der Spieler aus Leimen deutlich jünger als seine Gegner und für viele eher ein Außenseiter als ein echter Titelkandidat. 

Im Finale besiegte er den Südafrikaner Kevin Curren und wurde damit nicht nur Wimbledon Sieger, sondern gleich auch der jüngste Gewinner in der Geschichte des Turniers. Bis heute hat ihm diesen Rekord niemand genommen.

Becker ging als klarer Underdog in das Turnier und gewann am Ende trotzdem den wichtigsten Titel im Tennis.

Mit diesem einen Turnier änderte sich für ihn praktisch alles. Aus dem talentierten Nachwuchsspieler wurde über Nacht ein Weltstar, in Deutschland begann ein regelrechter Tennisboom und Bum-Bum-Boris war plötzlich in aller Munde.

3. Boris Becker war Trainer von Novak Djokovic

Viele verbinden Boris Becker vor allem mit seiner eigenen Tenniskarriere. Weniger bekannt ist, dass er später auch als Trainer eines der erfolgreichsten Spieler der modernen Tennis-Geschichte gearbeitet hat. Von 2013 bis 2016 betreute Becker den serbischen Superstar Novak Djokovic.

Die Zusammenarbeit sorgte damals für viel Aufmerksamkeit. Ein ehemaliger Wimbledon Held aus Deutschland trainiert plötzlich den Weltranglistenersten aus Serbien. Sportlich funktionierte die Kombination jedoch erstaunlich gut. In dieser Zeit gewann Djokovic sechs Grand Slam Titel, darunter mehrfach die Australian Open und Wimbledon.

Becker brachte vor allem seine Erfahrung aus großen Finals ein. Gerade auf den ganz großen Tennis-Bühnen konnte er Djokovic wertvolle Hinweise geben, etwa im Umgang mit Drucksituationen oder taktischen Entscheidungen in entscheidenden Momenten eines Matches.

Im Jahr 2016 endete die Zusammenarbeit schließlich wieder. Djokovic bedankte sich später mehrfach öffentlich für Beckers Einfluss auf seine Karriere. 

4. Gefeiert auf internationalen Briefmarken

Der Hype um Boris Becker war in den 1980er-Jahren so groß, dass er sogar auf offiziellen Briefmarken verewigt wurde. Nach seinem sensationellen Wimbledon-Sieg 1985 wurde der junge Tennisstar weltweit bekannt. Einige Länder nutzten diese Popularität und nahmen Becker in Sonderbriefmarken-Serien über berühmte Sportler auf.

Besonders bekannt sind Ausgaben aus Sierra Leone und Paraguay, auf denen Becker beim Tennisschlag oder mit Schläger zu sehen ist. Solche Marken wurden häufig als Teil von thematischen Serien produziert, die sich an internationale Sammler richteten.

Neben Becker tauchten dort oft auch andere Tennisstars der Zeit auf. Für Philatelisten sind diese Stücke heute kleine Zeitkapseln aus der Phase, in der der Wimbledon-Rekordhalter weltweit Schlagzeilen machte.

Wer danach sucht, wird schnell fündig. Viele dieser Becker-Briefmarken werden noch immer auf Plattformen wie eBay oder in Online-Philatelie-Shops angeboten. Selten sind sie allerdings nicht. Die meisten Exemplare kosten heute nur ein paar Euro, je nach Zustand oder Set vielleicht etwas mehr.

5. Insolvenz, Prozess und Gefängnis

So steil Boris Beckers Karriere begann, so turbulent verliefen später auch Teile seines Lebens abseits des Tennisplatzes. In den letzten Jahren sorgte der frühere Wimbledon-Sieger immer wieder mit finanziellen Problemen und Gerichtsverfahren für Schlagzeilen.

Im Jahr 2017 erklärte ein britisches Gericht Becker offiziell für insolvent, nachdem Schulden in Millionenhöhe bekannt wurden. Die Situation eskalierte einige Jahre später weiter. Im Jahr 2022 musste sich Becker in London vor Gericht verantworten.

Der Vorwurf lautete, dass er im Zuge seines Insolvenzverfahrens Vermögenswerte und Besitztümer nicht vollständig angegeben habe. Nach einem mehrwöchigen Prozess wurde er schließlich schuldig gesprochen.

Das Gericht verurteilte Becker zu zweieinhalb Jahren Haft. Ein Teil dieser Strafe musste er tatsächlich absitzen. Becker kam zunächst in das Londoner Gefängnis Wandsworth, später wurde er in eine andere Haftanstalt verlegt. Die Bilder und Berichte über den ehemaligen Tennis-Weltstar hinter Gittern gingen damals um die Welt.

Ganz zu Ende verbüßen musste er die Strafe jedoch nicht. Bereits im Dezember 2022 wurde Becker nach rund acht Monaten Haft entlassen und anschließend nach Deutschland abgeschoben.

Steuerstreit um Monaco

Tatsächlich war dies nicht das erste Mal, dass Becker mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Bereits Ende der 1990er-Jahre stand der frühere Tennisstar wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Becker hatte damals angegeben, seinen Wohnsitz nach Monaco verlegt zu haben, wo keine Einkommenssteuer anfällt.

Die deutschen Behörden kamen jedoch zu dem Schluss, dass er sich weiterhin häufig in seiner Wohnung in München aufhielt und damit steuerpflichtig in Deutschland blieb. 1999 wurde Becker schließlich verurteilt. Das Gericht verhängte eine hohe Geldstrafe von rund 300.000 Euro sowie zusätzliche Bewährungsauflagen.

Ins Gefängnis musste er damals nicht. Trotzdem war der Fall einer der ersten großen Skandale in Beckers Karriere und zeigte bereits früh, dass sein Leben abseits des Tennisplatzes nicht immer so glatt lief wie seine legendären Aufschläge.

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